ORISYN Podcast: Im Gespräch mit Markus Begerow
Große KI-Sprüche, aber im Büro herrscht 1995: Die nackte Realität im Mittelstand #1 Markus Begerow
Große Ankündigungen, aber im Büro wird oft noch gearbeitet wie 1995. In dieser Folge spreche ich mit Markus Begerow darüber, woran das liegt und was Unternehmen konkret tun können: vom Unterschied zwischen Assistenten und Agenten über lokale Sprachmodelle und Datensouveränität bis zum EU AI Act und der Frage, wie sich Arbeit verändert.
Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen.
Über Markus Begerow
Markus Begerow arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Daten, künstlicher Intelligenz und strategischer Beratung. Er bewertet und baut digitale Geschäftsmodelle mit Partnern von Family Offices bis Venture Capital auf, ist als Dozent aktiv und hat mit datenbanken-verstehen.de eine der bekanntesten deutschsprachigen Lernplattformen zu Datenbanken aufgebaut.
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Worum es geht
Assistent oder Agent? Der Unterschied liegt im Weg.
Generative Systeme erstellen Texte und Bilder. Agentisch wird es erst, wenn die Maschine Werkzeuge bekommt und der Weg klar definiert ist, mit Leitplanken. Der größte Hebel liegt laut Markus in wiederkehrenden Abläufen wie Auftragsverarbeitung oder Rechnungsstellung. Weicht etwas vom Rahmen ab, etwa eine ungewöhnliche Bestellmenge, entscheidet wieder der Mensch.
▶ Im Video ab 6:27Projekte scheitern selten an der Technik.
Wenn Projekte scheitern, dann meist an den Grundlagen: Datenqualität, Datenstrategie, klare Zuständigkeiten. Markus hat einem Kunden deshalb schon einmal abgesagt, der sich sechs Monate später dafür bedankt hat. Und: Fokus behalten. Wer eigentlich die Rechnungsstellung automatisieren wollte, sollte nach sechs Stunden nicht mit einem Newsletter-Tool dastehen.
▶ Im Video ab 13:19Souveränität heißt nicht, alles lokal zu betreiben.
Ein Rechenzentrum in Deutschland schützt die gespeicherten Daten, aber sobald ein Dienst aufgerufen wird, wird dort auch gerechnet. Markus plädiert für hybride Lösungen: Was ohnehin jeder hat, etwa Marktpreise oder Nachrichten, kann aus der Cloud kommen. Rezepturen, Baupläne und anderes Kernwissen gehören ins eigene Haus.
▶ Im Video ab 19:27Lokale Sprachmodelle holen schnell auf.
Offene Modelle liegen laut Markus nur noch wenige Monate hinter den großen geschlossenen Modellen. Damit wird ein eigener Rechner im Unternehmen interessant: keine Kosten pro Anfrage, keine Abhängigkeit von Limits oder Preiserhöhungen der Anbieter, und das eigene Wissen bleibt im Haus.
▶ Im Video ab 1:31:56Der EU AI Act verbietet nicht, er ordnet ein.
Statt Angst empfiehlt Markus Transparenz: Welche Systeme sind im Einsatz, wofür und wer ist verantwortlich? Das hilft auch gegen Schatten-Nutzung, wenn Mitarbeitende einfach eigene Tools nehmen und Kundendaten dort eingeben. Für die rechtliche Bewertung gehört eine spezialisierte Kanzlei an den Tisch.
▶ Im Video ab 58:40„Die Antwort kostet heute nichts mehr. Teuer wird die gute Frage.“
Markus Begerow sinngemäß im ORISYN Podcast
Kapitel der Folge
Das nehme ich für die Praxis mit
Klein anfangen, aber mit Plan: einen wiederkehrenden Ablauf auswählen, vorher festlegen, woran man Erfolg misst, und Leitplanken setzen, bei denen der Mensch das letzte Wort hat. Sensibles Wissen bleibt im eigenen Haus, Standardaufgaben dürfen in die Cloud. Und bevor man automatisiert, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die eigenen Daten, denn dort entscheidet sich, ob ein Projekt trägt.
Hinweis: Das Gespräch dient dem Informations- und Erfahrungsaustausch. Zahlen, Marktdaten und Einschätzungen zum EU AI Act geben den Stand zum Zeitpunkt der Aufnahme und die persönliche Sicht der Gesprächspartner wieder. Sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Transparenzhinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von KI-Werkzeugen aus dem Transkript der Folge erstellt und von Artur Ellers redaktionell geprüft.
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